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Jim Thompson

In die finstere Nacht

  • Autor:Jim Thompson
  • Titel: In die finstere Nacht
  • Serie:
  • Genre:Horror
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:09 Juli 2012
  • Preis:9,99 EUR

 
»In die finstere Nacht« von Jim Thompson


Besprochen von:
 
harakiri
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Der charmante Profikiller Carl Bigelow, besser bekannt unter dem Namen „Little Bigger“, hat den Auftrag den Buchmacher Jake Winroy zu töten, der als Kronzeuge in einem Prozess gegen einige mächtige Gegner aussagen könnte.
Carl schleust sich deshalb unter einem Vorwand ins Haus der Familie ein und bringt Jakes Frau dazu, ihm bei seinem Vorhaben zu helfen. Doch alles geht schief, weil Carl seine Finger nicht bei sich behalten kann und sowohl mit Jakes Frau Fay als auch mit der behinderten Ruth, die dort im Haushalt arbeitet ein Verhältnis anfängt. Bald eskaliert die Situation und die eifersüchtige Fay hält sich nicht an den vereinbarten Plan…

Bevor man anfängt diesen Roman, der bei Heyne HardCore erscheint zu lesen, sollte man wissen, dass Jim Thompson diesen schon im Jahre 1953 geschrieben hat und er hier in der Deutschen Erstausgabe vorliegt. Im Roman selber finden wir keine Zeitangabe, drum musste ich am Anfang erst mal rechnen wie alt Carl Bigelow wohl sein mag – bis ich dann im Impressum nachlas.

Die Story ist etwas verworren, weil Carl seine Pläne nicht so recht offenbart und weil er sich erst mal als braver Bürger von Peardale etablieren will. So passiert anfangs auch gar nicht viel und der Leser fragt sich, warum dieser Roman wohl als HardCore-Ausgabe vorliegt. Dies wird erst kurz dem Ende klar, da wird’s nochmal so richtig blutig. Allerdings hat sich mir der Schluss des Buches beim ersten Lesen nicht ganz erschlossen, ich fand die Aussage mit den Ziegen sehr verwirrend, kann mir nur vorstellen, dass Carl am Ende seinen Verstand verloren hat. Warum Ruthie am Ende so wütend auf ihn ist habe ich auch nicht ganz verstanden.

Ansonsten aber ein solider Roman, flüssig geschrieben und vor allem wegen der Raffinesse von Carl sehr lesenswert. Allerdings muss man als Leser schon voll dabei sein und manchmal auch ein wenig zwischen den Zeilen zu lesen verstehen, damit sich die Perfidie von Jim Thompson auch voll erschließt.

Im Vorwort schreibt ein anderer Schriftsteller über das Leben von Jim Thompson. Dass er Alkoholiker war , Nervenzusammenbrüche hatte, oftmals krank war, einen Hirnschlag erlitten hat und am Ende verarmt starb. Doch seine Bücher haben ihren Charme nicht verloren und werden wohl jetzt so nach und nach wieder aufgelegt, auch für den deutschen Markt, was mich sehr freut.

Fazit: man sollte keinen bluttriefenden Schinken erwarten, eher einen Psychothriller mit etwas Splatterende. Dann kommt man bei diesem Roman voll auf seine Kosten.
 
 
 


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