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Steven Erikson

Das Spiel der Götter 6
Der Krieg der Schwestern

  • Autor:Steven Erikson
  • Titel: Der Krieg der Schwestern
  • Serie:Das Spiel der Götter 6
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:20 Oktober 2014
  • Preis:9,99 EUR

 
»Der Krieg der Schwestern« (Das Spiel der Götter 6) von Steven Erikson


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(5)

 
 
Die Teblor sind ein degeneriertes Volk. Einst waren sie mächtig, doch nun sind sie schon lange besiegt und in alle Winde zerstreut , ihr Ruhm ist verblasst. Sie gehören zu den alten Rassen wie die Jaghut oder die Forkrul Assail, sie sind wesentlich größer als Menschen, verfügen über immense Selbstheilungskräfte und besitzen vier Lungenflügel. Dadurch sind sie stärker und ausdauernder als viele der anderen alten Rassen. Im Kampf werden sie, durch die Benutzung von Blutöl, zu Berserkern.

Der junge Teblor Karsa Orlong möchte sein Volk zu neuem Ruhm führen, doch er leidet an maßloser Selbstüberschätzung und führt seine Freunde in den Tod . Er selbst gerät in Gefangenschaft. In ihrer Isolation, abgeschieden von der Menschheit haben die Teblor nicht bemerkt, wie zahlreich die Menschen geworden sind und dass viele andere Sippen der Teblor schon von den kleinen, schwach erscheinenden Menschen versklavt wurden. Im Kerker lernt der junge Krieger den Daru Torvald Nom kennen. Karsa betrachtet die Menschen als Kinder und sein Ziel ist es, so viele Kinder wie möglich zu töten und Trophäen zu sammeln. Durch Torvald lernt er, die Menschen mit anderen Augen zu betrachten und sie zu respektieren.

Durch das Schicksal miteinander verbunden, bilden die beiden Gefangenen bald eine ungleiche Allianz. Am Ende des ersten Teils merkt der Leser dann, wie sich der Kreis schließt und welchen Weg der junge Teblor letztendlich eingeschlagen hat.

Das Buch setzt sich, wie die vorherigen Bände, aus mehreren Erzählsträngen zusammen, die alle zu schildern, würde zuviel verraten.

Kommentar:
Karsas Spruch über den Menschen lautet: "Zu viele Worte."
Er mag das Gerede der Menschen nicht. Auch zu mir würde er sagen: Zu viele Worte, denn bei dieser Rezension schwelge ich in Worten.

Zu Beginn dieses Bandes ist man als Leser enttäuscht. Man möchte mehr über Fiedler, den schnellen Ben, Trotter, Tippa, Igel, Spindel, Paran, Amonander Rake, Dujek Einarm, Crokus oder Apsalar lesen, deren Schicksale uns tief berührt haben. Doch die Ereignisse in Darujihstan und in der panonischen Ebene werden nur am Rande erwähnt, die Teblor leben zu stark isoliert, um sich für ferne Ereignisse zu interessieren. Es dauert gut ein Drittel des Buches, bis der Leser wieder Kontakt zum malazanischen Imperium bekommt. Nichstdestrotz ist die Geschichte über die Teblor spannend und führt uns letztendlich in die Wüste Raraku.

Erst in der zweiten Hälfte des Bandes kehrt Steven Erikson nach Aren zurück. Die Reste von Coltaines Armee haben sich hier eingefunden und ertrinken in Trauer und Entsetzen. Doch Mandata Tavore gönnt den trauernden Veteranen keine Ruhe. Sie braucht jeden erfahrenen Kämpfer in ihrer Armee, die fast nur aus jungen und unerfahrenen Rekruten besteht. Während sie noch ihre Truppen sammelt, beauftragt sie die Klaue Perl, ihre Schwester Felisin zu finden, nicht ahnend, dass diese mittlerweile zu ihrer größten Feindin geworden ist.

Die Mandata führt ihre Truppen auf dem legendären Aren Weg in die Raraku und sie tritt somit in Coltaines Fußstapfen. Doch alle glauben, dass diese Fußstapfen zu groß für die junge Heerführerin sind, dass sie nur ein Schatten diesen unvergessenen Mannes ist. Dujek Einarm sollte die junge Frau eigentlich unterstützen, doch durch die immensen Verluste in der panonischen Domäne ist sein Heer auf 3000 Mann geschmolzen, er selbst ist ein gebrochener Mann.

In Aren treffen die seltsamsten Gestalten aufeinander, Fäden laufen zusammen, verdichten sich. Wie es der Zufall will, begegnen sich Krake, Gesler, Stürmisch und Wahr und ein neuer Sappeur Namens Seiten gesellt sich zu ihnen. Somit bilden die ehemaligen Sappeure, die Veteranen aus Aren und die Reste der Kette der Hunde das neue Herzstück der Armee und als Leser weiß man, dass man durch diese Konstellation noch einiges erwarten kann.

Während der imperialen Kriege verlieren viele Menschen ihren Glauben an das Gute, ihre Unschuld und Naivität. Aus Crokus, dem jungen und frechen Dieb wird Schlitzer, der Attentäter. Er ist Apsalar treu ergeben und folgt ihr, wohin immer ihr Weg sie führen mag. Beide dienen jetzt mehr oder weniger dem Schattenthron.

Für das Spiel der Götter Bände müsste man eine neue Bewertunsgsskala heran ziehen. Es gibt Bände, die einen sprachlos und erschüttert zurück lassen und es gibt Bände die *nur* gut sind. Aber selbst der schlechteste Band dieser Serie ist immer noch 5 Sterne wert, die Kette der Hunde sicherlich zehn.

Zu dieser gigantischen Saga steuert Steven Erikson noch eine Fülle von Kartenmaterial bei und am Ende des Bandes findet man ausführliche Erklärungen zu den Gewirren, Göttern, Aufgestiegenen und agierenden Personen. (alte Ausgabe) Niemand sollte dieses Buch ohne Vorkenntnisse der vorherigen Bände lesen. Ich habe Band sechs in der alten Ausgabe gelesen. Die Gestaltung der neuen Ausgabe gefällt mir wesentlich besser, doch der Inhalt ist ja das Entscheidene und der ist unvergleichlich gut.

Fazit:
Als Bindeglied zu den einzelnen Ereignissen ist dieses Buch nichts so überragend wie die bisherigen Bände, doch es füllt viele Lücken und liefert dem Leser einige neue Erkenntnisse. Ein Lesevergnügen erster Güte für alle Fans.
 
 
 


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