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Sergej Lukianenko

Die Wächter - Licht und Dunkelheit (Die Wächter (The Watch Series), Band 1)


 
»Die Wächter - Licht und Dunkelheit (Die Wächter (The Watch Series), Band 1)« von Sergej Lukianenko


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(2)

 
 
Mit: Die Wächter, Licht und Dunkelheit, beginnt der Autor ein neues Kapitel über die Lichten und die Dunklen. Schauplatz ist in diesem Roman ein Internat. Es werden Lichte und Dunkle Jugendliche gemeinsam unterrichtet, um sie auf das Leben in der Welt der Menschen vorzubereiten. Hier finden sich viele junge Leute, die schon unbewusst gegen den großen Vertrag verstoßen haben und auch einige Teenager, die eine außergewöhnliche Begabung besitzen, wie Anna, die eine Dschinn ist und Wünsche erfüllen kann. Wie in einer abgeschlosseneren Gemeinschaft vorhersehbar, bilden sich Gruppen, es gibt Favoriten und Außenseiter, der Konkurrenzkampf ist groß. Und das Verbot, während der Schulzeit nicht zu zaubern, wird natürlich ignoriert.

Eine Gruppe der Außenseiter sind die toten Dichter. Ihr John Keating ist der Lehrer Dimitri Drejer, ein Lichter, der sich sehr um die Belange der Schüler kümmert. Ihm ist es egal, ob er einen Lichten oder Dunklen unterrichtet, er sieht das Kind hinter der Maske, seine Ängste und Bedürfnisse. Somit ist er ein Exot an der Schule, der vorurteilsfrei unterrichtet und die Fähigkeiten der toten Dichter anerkennt und fördert. Dieser kleine Club besteht nur aus niederen Dunklen, Tiermenschen, Werwölfen und Vampiren. Zu ihnen gesellt sich Anna, eine introvertierte Lichte, die sich in einen Dunklen verliebt.

Bald muss Dimitri feststellen, dass ein Kampf und Anna stattfindet, in den er, gegen seinen Willen, involviert wird. Denn mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten wäre sie in der Lage, das Fuaran wieder herzustellen. Hierbei handelt es sich um ein magisches Buch, das eine Formel enthält, um aus Menschen Andere zu machen.

Kommentar:
Dies war sicherlich mein letzter Wächterroman. Während man in der Reihe um Anton, Geser und Sebulon tiefgründige und ausgefeilte Charaktere findet, die einen sofort in ihren Bann ziehen, konnte mich hier niemand wirklich überzeugen. Dimitri Drejer ist zu gut für diese Welt. Ein Zauberer siebten Grades, der sich gegen die mächtige Inquisition stellt und selber zum Inquisitor berufen wird. Der die Grade mit Leichtigkeit überspringt und trotz allem das Vertrauen der Kinder erhält.

Außerdem beinhaltet dieser Roman zu viel von Harry Potter, obwohl der Autor ausdrücklich betont, dass diese Schule ganz anders ist. Hier werden Lichte und Dunkle zusammen unterrichtet. Es gibt keine Häuser, in denen die Guten und die Bösen zusammen gefasst sind und gegeneinander kämpfen. Das mag stimmen, doch trotz allem findet eine Ausgrenzung der niederen Dunklen statt, ein klar erkennbares Kastensystem. Hier gibt es keine Hermine, keinen Harry und keinen Draco, Hauptperson ist ein Lehrer, der versucht, neutral zu sein und loyal zu seinen Schülern zu stehen, sie vor der Inquisition zu schützen. Dabei stellt er sich auch gegen hohe Magier und schafft es immer wieder, diese zu übertölpeln.

Dieses Buch besteht aus drei einzelnen Episoden, keine der Figuren beeindruckt oder hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Es fehlt der Humor der vorherigen Bände. Zwar haben Geser und Sebulon einen kurzen Auftritt, doch deren Scharfzüngigkeit und ihre Ironie findet sich hier nicht. Die Ausflüge in die Politik und Philosophie, der Gedankenaustausch zwischen Anton, Geser, Swetlana, so brillante Nebenfiguren wie der Tiger oder Kesha und Jegor sucht man hier vergebens. Und während man von Band eins bis Band sechs durchaus das Gefühl hatte, es könnte eine Welt neben der unseren geben, in der Lichte und Dunkle existieren, driftet die Geschichte hier völlig ins Unwirkliche ab. Mit Bruce Lee und Chuck Norris sowie Alexander dem Großen hat der Autor hier alle Fans der vorherigen Bände vergrault. Die Serie mutiert von einer spannenden, tiefgründigen, leicht politisch gefärbten Reihe mit viel Humor zu einer unsinnigen, albernen und unglaubwürdigen Internatsreihe, die mit keiner der aktuellem Jugendbuchserien mithalten kann.

Rebellische Teenager, die sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden wollen und ihre Rolle als niedere Dunkle nicht akzeptieren, das wäre sicher ein guter Ansatz gewesen um auch Nadja mit einzubinden und einen Bogen zu Anton und Swetlana zu spannen. So ist es ein belangloses Buch geworden, in der Lichte, Dunkle und Graue sich um einen begabten Teenager streiten und in der keine der Figuren überzeugt. Schade. Optimistisch mag scheinen, dass hier eine Lösung für Antons Dilemma aufgezeigt wird, es bleibt abzuwarten, ob der Autor diese Chance nutzt und nach Moskau zurück kehrt.

Fazit:
Der Autor hätte es bei sechs Bänden belassen oder die Serie mit Nadja fortsetzen sollen. Diesem Buch fehlt alles, was den Charme der vorherigen Bände ausgemacht hat, vor allem der Wortwitz. Für Fans von Anton , Geser und Sebulon nicht zu empfehlen.
 
 
 
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    2015-10-27
    Ich teile die Meinung von Sachmet in so ziemlich allen Punkten. Jedoch hat für mich der Abwärtsstrudel bereits nach dem 4. Wächter begonnen. Die ersten 4 Bücher und seine diversen Duologien, war bzw. sind großartig. Gewürtzt mit viel Charme, philosophischen Ideen und politschen Seitenhieben. Doch mit diesem Buch hat er sich einfach viel zu weit entfernt. Der 5. Band war in meinen Augen schon sehr rasant geschrieben ohne genauer auf die Story einzugehen. Ich bin mir vorgekommen als würde ich mit Anton durch die Seiten stolpern während er mir diverse Erklärungen zubrüllt. Der 5. Teil hat mir durch das Ende eigentlich alles verdorben. Irgendwie war es nach dem 4. klar, wohin Lukianenko steuert doch das war einfach nicht das Ende das ich mir erhofft hatte. Ich verstehe immer noch nicht wieso sich der Autor für eine neue Reihe entschieden, obwohl ihm doch selbst klar sein sollten das die Luft draussen ist. Nach dem ersten Stufenaufstieg hab ich das Buch zur Seite gelegt und mir geschworen keinen Wächter-Roman mehr zu lesen damit er mir nicht die Erinnerungen an die ersten Bücher verdirbt und ich mich fremdschämen muss.


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