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Nicholas Sansbury Smith

Trackers: Buch 1: Thriller

  • Autor:Nicholas Sansbury Smith
  • Titel: Trackers: Buch 1: Thriller
  • Serie:
  • Genre:
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Festa Verlag
  • Datum:25 April 2019
  • Preis:14,99 EUR

 
»Trackers: Buch 1: Thriller« von Nicholas Sansbury Smith


Besprochen von:
 
D. Vallenton
Deine Wertung:
(4)

 
 
Klappentext
Der Polizeichef Marcus Colton und Tracker Sam ›Raven‹ Spears haben sich noch nie gemocht. Doch als im Rocky-Mountain-Nationalpark ein junges Mädchen vermisst wird, heuert Colton den Fährtenleser an, um es zu finden. Sehr schnell wird den beiden bewusst, dass sie sich auf der Spur eines wahnsinnigen Mörders befinden.
Und dann erfolgt durch Nordkorea ein EMP-Angriff auf die Vereinigten Staaten. Ohne Strom versinkt das Land in ein blutiges Chaos – und die Jäger werden zu Gejagten ...

In einer Zeit, in der die Bedrohung noch nie so real war, schildert die Trackers-Serie, welche Auswirkungen ein EMP-Angriff haben könnte. Explosive, harte Action, geradezu aus den Schlagzeilen gerissen.

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Nachdem mir die Extiction Cycle Reihe schon so gut gefallen hat, war es für mich nur eine Frage der Zeit, wann ich mich weiteren Büchern des Autors zuwenden würde. Die Trackers Reihe schien mir dabei eine gute Wahl zu sein – und wie sich nun herausgestellt hat, auch die richtige. Wieder einmal müssen sich die Vereinigten Staaten von Amerika einer Bedrohung stellen, die das Potential hat, das Land zu entvölkern und ins Chaos zu sürzen. Im Gegensatz zu der Extinction Cycle Reihe jedoch, betrifft die Bedrohung erstmal nur die USA und nicht den Rest der Welt und driftet keineswegs ins Phantastische oder ins Horror Genrea ab. Ersteres könnte sich allerdings schnell auch ändern.

Fakt in diesem Buch ist folgendes: Nordkorea zündet über dem Gebiet der USA drei Atomsprengköpte und legt, bedingt durch den Elektromagnetischen Puls, weite Teile des Landes lahm. Diese elektromagnetischen Impulse, EMP genannt, zerstören in ihrem Einflussbereich elektrische und elektronische Bauteile und legen so Mobilfunkgeräte, Herz-Lungen-Maschinen in Krankenhäusern, Autos und Kampfjets lahm – also so ziemlich alles und damit auch die Infrastruktur des betroffenen Landesteiles selber.

Nachdem Amerika bereits so schon schwer angeschlagen ist, gehen die Nordkoreaner noch einen Schritt weiter und zerstören Washington D.C. durch einen Atomsprengkopf, den sie mit Hilfe eines Containerschiffes in der Nähe der Hauptstadt zur Explosion bringen. Bei dieser Aktion kommt die gesamte Führungsriege der USA ums Leben. Als ob der EMP nicht schon schlimm genug wäre, kommt durch den radioaktiven Fallout nun auch noch die atomare Verseuchung des Landes hinzu. Bis zum Ende des Jahres rechnet die provisorische Führung mit rund 100 Millionen Toten. Das man in einem atomaren Gegenschlag halb Norkorea ausgelöscht hat, ist dabei nicht ganz so tröstlich.

Tja, das sind die Vorgaben die uns Nicholas Smith in diesem Buch mit auf den Weg gibt. Als ehemaliger Bundesmitarbeiter für den Staat Iowa und zudem noch als Mitarbeiter für Homeland Security, war es eine seiner Aufgaben, sich mit solch einem Szenario zu befassen und Nofallpläne auszuarbeiten. Er sollte also wissen von was er da schreibt.

Die Geschichte splittet sich in zwei Handlungsebenen auf. Da wären einmal die Erlebnisse der Senatorin Charlize Montgomery in Washington, und später an Bord des Flugzeugträgers USS John C. Stennis und auf der anderen Seite die Verbrecherjagd von Sheriff Colton, seinem Scout Sam Spears und dem abgestürzten Jetpiloten Nathan Sardetti in den Bergen der abgelegenen Stadt Estes Park in Colorado. Während die erste Handlungsebene noch auf wissenschaftichem Boden fußt, driftet die zweite mitunter in die Mythen der Cherokee Indianer ab. Allerdings nicht zu sehr, diesen Spagath bekommt Nicholas Smith glücklicherweise gut hin.

Wie schon weiter oben geschrieben, sollte sich der Autor mit solch einem Szenario gut auskennen, allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich bereits ein oder zwei Tage später schon die ersten Ausschreitungen und Plünderungen vollziehen würden. Klar, so ganz ohne Technik ist nicht toll und dürfte die Menschen verunsichern. Da aber niemand den wahren Grund für den Ausfall der Technik kennt, es hätte ja auch ein schlichter Sonnensturm oder ein Blitzeinschlag in einem Kraftwerk sein können (die näheren Informationen können aufgrund nicht mehr funktionierender Nachrichtentechnik nicht kommuniziert werden) und wären somit nur ein möglicherweise lokales oder zeitlich begrenztes Problem. Also, ich hätte da nicht vorschnell geplündert oder wäre Amok gelaufen.

Man möge sich nur mal vorstellen: Man räumt gerade mal zwei Tage nach dem Stromausfall einen Saturn Laden leer (weil man das Ende der Welt befürchtet) und steht mit einem geklauten 100 Zöller TV in der einen und einem geklauten Blu Ray Player in der anderen Hand mitten auf der Hauptstraße von München, als plötzlich wieder alles funktioniert, einschließlich der Überwachungskameras und dem Polizeifunk, weil sich das Ende der Welt dann doch nur als ein begrenzter Kurzschluß im Umschaltwerk (oder was auch immer) herausstellt. Dann steht man blöd da. Finde ich zumindest.

Aber sei es drum, so ganz weit hergeholt ist das Szenario dann wohl doch nicht, denn bereits im Vorwort gibt der Wissenschaftler und Spezialist für EMP Attacken und Solarstürme, Dr. Arthur Bradley (ich kenne ihn nicht) seine fundierte Meinung zum Thema und zum Buch preis. Und wer sollte sich besser mit dem Angriff auf friedliebende Völker auskennen als ein Amerikaner? Da haben sie ja bereits Erfahrung drin.

Die Charaktere im Buch sind zwar alle ein bisschen oberflächlich, wie ich finde, aber dennoch recht bunt zusammengestellt. Eine Politikerin, ein Polizist, ein Fährtensucher (Tracker), ein Jetpilot und der besagte Mörder. Warum dieser jedoch einen alten Indianermythos wieder ins Leben rufen will, wird mir nicht so wirklich klar. Dennoch nimmt die Jagd auf ihn in etwa so viel Platz und Zeit im Buch ein, wie Smith auch für den Rest der Geschehnisse im Handlungsabschnitt Estes Park braucht.

Wie auch schon im Extinction Cycle Zyklus ist die Schreibweise von Smith wieder locker und flüssig. Gut zu lesen und spannend ist das Buch ohnehin, Langeweile kommt bei mir nicht auf. Mit Einzelschicksalen oder überflüssigen Erzählungen hält sich der Autor nicht auf, alles ist auf seine Protagonisten ausgerichtet. Dadurch empfinde ich die Handlung auch als straff und zielführend. Ich hätte mir aber dennoch eine etwas ausführlichere Beschreibung der Probleme bei einem solchen Szenario gewünscht. Sehr interessant hingegen waren hierbei die Probleme, die sich im Krankenhaus von Estes Park bei dem Strom- und Technikausfall ergeben haben. Das war recht lebensnah geschrieben.

Fazit
Trackers ist der erste Band der Tracker Reihe (hm, klingt jetzt irgendwie blöd, ist aber nun mal so). Als postapokalyptisch würde ich das Buch aber nicht bezeichnen, dazu fehlt mir irgendwie die Weltuntergangsstimmung im Buch. Für mich ist es ein ganz normaler Thriller, ähnlich denen von Eric Harry oder Dale Brown, ohne jedoch deren Tiefe im Bezug auf den Military Faktor zu erreichen. Aber das war mit Sicherheit auch nicht das Anliegen von Nicholas Smith. Die Reihe ist zwar noch nicht abgeschlossen, so wie es ausschaut werden noch mindestens zwei weitere Bücher folgen, aber dennoch gibt es keinen Cliffhange im eigentlichen Sinn. Man hätte die Geschichte theoretisch auch hier enden lassen können. Mir hat Trackers jedenfalls gut gefallen, ich kann das Buch empfehlen.
 
 
 


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