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Miles Cameron

Der Rote Krieger

  • Autor:Miles Cameron
  • Titel: Der Rote Krieger
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Hardcover
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:10 Juni 2013
  • Preis:16,99 EUR

 
»Der Rote Krieger« von Miles Cameron


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3)

 
 
Der rote Ritter und seine Söldnertruppe sind am Ende. Daher kommt ihnen der Auftrag aus Lissen Carak , eine dortige Abtei vor Angriffen aus der Wildnis zu schützen, gerade recht. Bekommen sie doch gutes Geld dafür, einen ruhigen Platz zum erholen und günstige Kost und Logis. Doch der Auftrag entpuppt sich als schwieriger als gedacht. Der Feind verfügt über unermessliche Ressourcen, während der rote Ritter nur über ein paar Handvoll Männer verfügt. Als die Abtei belagert wird, muss der Hauptmann sein ganzes strategisches Können aufbieten, um die Abtei, bis zum Eintreffen des Königs zu halten. Nicht gerade hilfreich, dass er sich in eine der Novizinnen verliebt und gegen einen Verräter aus den eigenen Reihen ermitteln muss.

Thorn, der Anführer der Wilden, war einst ein mächtiger Magus, der sich jedoch von den Menschen abgewandt hat. Die Äbtissin kennt den Feind, doch statt dem Ritter zu helfen, lässt sie ihn über vieles im Unklaren. Erst als Harmodius, der Magier des König, zu den Verteidigern stößt, erhält der Hauptmann ein umfassendes Bild über den Feind.

Kommentar:
Wenn man das Buch das erste Mal in der Hand hält, fühlt man sich fast erschlagen. 1167 Seiten, umfasst von einem schönen, in creme und rot gehaltenem Cover, das durch seine dezente Gestaltung besticht.

Leider hält der erste Eindruck nicht, was er verspricht. Statt das sich der Autor auf einige Hauptcharaktere beschränkt, kommen 28 Personen zu Wort, denen jeweils eigene Kapitel gewidmet sind. Manche dieser Personen schildern die gleichen Ereignisse aus einer anderen Perspektive und diese Redundanz ermüdet den Leser mit der Zeit. Und viele der Nebenschauplätze tragen nichts zur Bereicherung der Geschichte bei, sie lenken lediglich von der Grundgeschichte um den roten Ritter und seinen Gefolgsleuten ab.

Dazu gehören für mich die Kapitel um die goldene Bärin, um Edward, die Königin oder auch Megan und Meg. Ich habe ab Seite 500 angefangen Seiten zu überblättern und mich nur noch auf die Geschichte der Söldner zu konzentrieren. Es ist auch schwierig einem Handlungsfaden zu folgen, wenn einer Person auf den ersten Seiten die Bühne betritt und dann erst wieder in der Mitte des Buches auftaucht. In dieser Zeit wurde der Leser mit einer Fülle an Menschen konfrontiert, so dass man sich teilweise fragt: Wer was das nochmal? Ich habe mir tatsächlich eine Liste der Personen gemacht und diese mit Stichpunkten versehen, zu welchem Szenario diese Person gehörte. Es wäre eine große Hilfe gewesen, hätte der Autor dem Buch ein Personenregister beigefügt. Aber immerhin hat es für Karten gereicht.

Insgesamt ist das Buch ein Mix aus Fantasy, Historie und Rittergeschichten. Es ist eine fremde Welt, die aber viele Parallelen zu unserer Welt aufweist, so dass man sich in ihr zu Hause fühlt. Eine Wildnis, die sich gegen das Vordringen der Menschen wehrt, kann man verstehen und nachvollziehen. Obwohl der rote Ritter die Hauptfigur des Romans ist und als Ritter das Gute vertritt, sympathisiert der Leser durchaus mit der Wildnis und versteht ihre Beweggründe. Allerdings wird sie von Thorn negativ beeinflusst, dessen Motivation lange im verborgenen bleibt. Auch auf Seiten der Wildnis gibt es eine Vielzahl von Mitspielern, denen teilweise nur eine halbe Seite gewidmet ist und die dann im Nichts verschwinden.

Der Autor hat mittelalterliche Geschichte studiert, spielt historische Ereignisse nach und liebt das Mittelalter wohl mit Leidenschaft. All dies ist in das Buch hineingeflossen und sein Detailreichtum nötigt mit Respekt ab. Mir persönlich jedoch war es zu viel. Wenn ich vor jedem Kampf lesen muss, in welcher Reihenfolge der Ritter die Rüstung angelegt bekommt, deren Teile ein Knappe vorher mehrere Seiten lang poliert hat, dann schwindet meine Konzentration. Auch der häufige Wechsel der Szenarien lässt kein Gefühl von Vertrautheit aufkommen. Gerade noch befinde ich mich in der Abtei und begleite die Äbtissin und den Ritter in ein Gewölbe, schon werde ich an den Königshof oder in die Wildnis katapultiert. Durch diese Sprünge bleiben alle Personen etwas blass, bekommen kaum Profil und man lässt sich nicht auf sie ein. Sicherlich ist es einfacher ein Buch zu schreiben, in dem nur ein oder zwei Personen die Handlung tragen, daher Hut ab vor dem Ideenreichtum des Miles Cameron. Aber für mich war es zu überfrachtet. Ebenso störend empfand ich es, dass unsere weltliche Religion in diesem Fantasy Roman eine große Rolle spielt und Christentum mit Magie vermischt wurde, viele Priester und auch die Äbtissin gleichzeitig Seelsorger und Magier sind und dies von fantastischen Gläubigen vehement bekämpft wird. Warum für ein Fantasy Buch nicht eine eigene Religion kreieren, welche die Fantasie des Lesers fordert?

Fazit:
Weniger wäre mehr gewesen. Der Leser wird durch zu viel input regelrecht erschlagen
 
 
 


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