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Miles Cameron

Das gefallene Schwert

  • Autor:Miles Cameron
  • Titel: Das gefallene Schwert
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:08 September 2014
  • Preis:16,99 EUR

 
»Das gefallene Schwert« von Miles Cameron


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(2.5)

 
 
Durch den glorreichen Sieg in Albia, bekommen der rote Krieger und seine Söldnertruppe einen regen Zulauf an neuen Kämpfer, so dass sie trotz herber Verluste am Ende stärker dastehen als zuvor.

Diese Stärke wird auch benötigt, denn das benachbarte Kaisereich Morea bittet den Hauptmann um Hilfe. Sir Alceus, ein treuer Mitstreiter des Hauptmanns bittet ihn, dem Hilferuf des Kaisers zu folgen, stammt Sir Alceus doch selber aus Morea und wünscht sich nichts sehnlicher, als an den Kaiserhof zurück zu kehren. Noch während sich die Söldnertruppe auf dem Weg nach Morea befindet, wird der Kaiser entführt und ein Usurpator strebt nach dem Thron. So kann der Hauptmann als Preis für seine Hilfe verlangen, was er möchte Und er möchte ein Herzogtum.

Doch die Moreaner betrachten die Albianer als Barbaren. Sie halten ihre Hauptstadt für die Wiege der Kultur und den Hort des Wissens. Die Söldner werden angefeindet und bedroht, nur ein schneller Sieg kann die Moreaner davon überzeugen, dass die Kosten für eine Söldnertruppe gerechtfertigt sind. Doch Spione im Palast und Verräter in den eigenen Reihen vereiteln immer wieder die sorgsam ausgearbeiteten Pläne des roten Ritters.

Währenddessen hat sich Thorn auf eine abgelegen Insel zurück gezogen, einen Hort der Magie. Dort leckt er seine Wunden und schmiedet neue Pläne, um seine Feinde zu besiegen. Doch seine Motivation bleibt weiterhin im Unklaren.

Kommentar:
Band zwei ist eine noch größere Herausforderung an den Leser als Band eins. Hat man am Ende des erstes Buches doch einen halbwegs roten Faden gefunden und meint, die Motivation einiger Personen verstanden zu haben, wird man hier erneut mit einer Vielzahl von Handelnden konfrontiert.

Einige Handlungsstränge aus dem roten Krieger werden fortgesetzt, man fragt sich allerdings, warum eigentlich, denn sie tragen nicht wesentlich zur Handlung bei. Nun müssen wir nicht nur dem roten Ritter in ein anderes Land folgen und die dortigen Sitten, Gebräuche und Religionen kennen lernen, wir müssen uns auch weiter auf Albia konzentrieren und uns an den gallyschen Hof begeben. Im ersten Band war der plötzliche und häufige Szenenwechsel schon sehr verwirrend, da die Handlung aber auf Albia konzentriert war, konnte man einigermaßen folgen. Hier habe ich mich allerdings oft gefragt, an welchem Schauplatz ich mich gerade befinde. Und ich habe mich gefragt: Ist Edmund eigentlich Edward? Oder gibt es einen neuen Schmiedegesellen?

Wie schon in der ersten Rezension erwähnt, nötigt mir der Autor Respekt ab. Er hat eine sehr detaillierte Welt entworfen und sie mit einer Fülle von Wesen bereichert, die wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen konnten. Doch er verzettelt sich meines Erachtens in diesem Detailreichtum, statt sich auf einige wichtige Handlungsstränge zu konzentrieren. Er liebt sein Werk und seine Welt und besitzt ein umfassendes Wissen über das Mittelalter. Doch wenn ich das Rittertum studieren wollte, würde ich nicht zu einem Fantasyroman greifen sonder eine Abhandlung über das Rittertum zur Hand nehmen. Der Autor hat all sein Wissen über das Mittelalter und Rittertum in dieses Buch hineinfließen lassen, doch damit überfordert er den Leser (oder wenigstens mich) und überfrachtet das Buch.

Keine der Personen hat mich berührt, ich habe mit niemandem mitgelitten. ich habe das Buch gelesen, habe mich aber niemals IN der Geschichte befunden, wurde nicht mitgerissen und hineingezogen. Ich blieb ein Beobachter, der schon schnell den Überblick verlor. Die Motivationen einiger Personen bleibt auch weiterhin unklar, insbesondere die Beweggründe von Thorn habe ich nie wirklich verstanden. Für das erste Buch hatte ich mir ein Personenregister angelegt, um den Überblick über die verschiedenen Charaktere zu behalten. Leider hat mit diese Stütze hier nicht mehr viel geholfen, denn es kommt eine unüberschaubare Menge an neuen Personen hinzu. Und wieder bekommen über 25 Personen ein eigenes Kapitel und somit die Möglichkeit, die Ereignisse aus ihrer Sicht zu schildern. Es ist, als ob man in einer Menge steht und Satzfragmente von hunderten von Menschen hört. Man hört die Worte, doch man versteht sie nicht und kann keinen Sinn in ihnen erkennen.

Diese Rezension bezieht sich auf 589 Seiten des Buches, danach habe ich es abgebrochen. Es kann also durchaus sein, dass sich noch eine spannende Handlung und überzeugende und beeindruckende Protagonisten finden lassen. Ich wollte mich nicht weiter auf die Suche begeben und greife nun zu einem David Gemmell um mich für die verlorene Zeit zu entschädigen.

Das Cover des Buches ist, wie schon bei Band eins, dezent aber schön gestaltet und verführt den Leser zum zugreifen. Das Kartenmaterial ist sogar noch besser und ausführlicher als im ersten Band, man bekommt eine wesentlich bessere Vorstellung der Welt.

Fazit:
Fans des Mittelalters und Rittertums, die ausführliche Beschreibungen lieben, werden sicher Spaß an diesem Buch haben. Wer Spannung und eine übersichtliche Geschichte mag, sollte auf andere Autoren wie Erikson, Stackpole oder Gemmell ausweichen.
 
 
 


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