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Kai Meyer

Die Alchimistin 3
Die Gebannte

  • Autor:Kai Meyer
  • Titel: Die Gebannte
  • Serie:Die Alchimistin 3
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:19 März 2012
  • Preis:14,99 EUR

 
»Die Gebannte« (Die Alchimistin 3) von Kai Meyer


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Es ist das Jahr 1924. Achtzehn Jahre nach den Ereignissen in Spanien, treffen sich Aura, Tess und Sylvette wieder auf dem Stammsitz der Institoris, um Charlotte zu beerdigen.
Den Frauen wird klar, welche Kluft mittlerweile zwischen ihnen herrscht. Sylvette hat es satt, auf dem Schloss zu versauern, sie neidet Aura ihre Unabhängigkeit und fühlt sich von ihrer Schwester im Stich gelassen. Aura erträgt die Atmosphäre auf der abgeschiedenen Insel nicht und zieht sich während ihres Aufenthalts auf den Dachboden zurück, auf dem sich immer noch Nestors Dachgarten und Werkstatt befinden. Und Tess, die mittlerweile in Berlin lebt, muss zwischen ihrer Mutter und ihrer Tante vermitteln. Keine leichte Aufgabe, ist sie doch hochschwanger und hat genug eigene Sorgen.

Von Gian und Gillian haben sich alle Frauen entfremdet. Gian, von Selbstvorwürfen zerfressen, hat sich nach Paris zurückgezogen und beginnt dort zu malen. Als er erfährt, dass sein Vater in einem Sanatorium in der Nähe von Paris untergebracht ist, versucht er, diesen zu besuchen. Doch er wird abgewimmelt und er ahnt sofort, dass sich Gillian nicht freiwillig dort aufhält. Als Aura erfährt, wie es um Gillian steht, reist sie nach Paris und zusammen mit ihrem Sohn befreit sie den Hermaphroditen aus der Anstalt. Wider Erwarten verstehen sich Aura und Gian sehr gut, Gian ist gereift, hat aus seinen Fehlern gelernt und seinen Eltern mittlerweile verziehen, dass sie sich kaum um ihn gekümmert haben.

Gillian bleibt, von der Folter sehr geschwächt, bei Gian in Paris zurück, während Aura nach Prag reist um herauszufinden, wer ihrer großen Liebe das angetan hat. Alle Hinweise führen nach Prag, der Stadt der Okkultisten und Alchimisten. Eine Stadt, in der auch einst Nestor einige Zeit verbracht hat. Aura lernt in Prag andere Unsterbliche kennen, unter anderem Sophia Octavian, die ein großes Interesse an ihr zeigt. Aura fordert ihre Widersacher offen heraus und gerät alsbald in tödliche Gefahr. Gillian reist Aura hinterher, denn er ahnt, dass sie in eine Falle gelaufen ist.

Auch Sylvette verschlägt es nach Prag. Sie hat sich in Axelle Octavian verliebt, die eine Tochter der unsterblichen Sophia ist.

Und so entbrennt der Kampf um die Unsterblichkeit und ewige Jugend auf ein Neues. Am Ende stehen Gillian und Aura vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.

Kommentar:
Im Gegensatz zu Band zwei schafft es dieser Band wieder, den Leser zu fesseln.
Die Kinder sind gereift und führen ihr eigenes Leben. Sehr zum Erstaunen ihrer Eltern habe sie eine eigene und starke Persönlichkeit entwickelt. Auch Sylvette bekommt endlich die Chance, ein selbstständiges Leben zu führen und sie findet in Axelle ihre große Liebe. Das ist umso erstaunlicher, da Axelle, ebenso wie Aura, eine Weltenbummlerin ist und einen unruhigen Geist besitzt. Man bekommt den Eindruck, dass Aura auf Sylvette doch wesentlich mehr Einfluss hat, als oberflächlich zu erkennen ist.

Aura ist mittlerweile Mitte 40, doch sie hat noch keinen wirklichen Sinn in ihrem Leben gefunden. Von ihrem unsterblichen Partner, dem Chevalier, hat sie sich getrennt. Auch Gillian lebt wieder außerhalb des Ordens, dessen Führung er Karisma übergeben hat. Nun haben sowohl Aura als auch Gillian erneut eine Chance, ihre Zukunft gemeinsam zu gestalten. Alte Bekannte tauchen auf, unter anderem die beiden sympathischen Schwestern Kaskaden, die Aura wiederum eine unheimliche und bedrohliche Vision bescheren. Und wir erfahren einiges mehr aus Nestors Vergangenheit. Details, die sowohl Aura als auch den Leser überraschen.
Die Atmosphäre der beginnenden zwanziger Jahre hat der Autor gut eingefangen, auch die Beschreibungen von Prag sind sehr stimmig und machen neugierig auf diese großartige Stadt.

Die Neuauflage hat ein wunderschönes Cover, schwarz auf Silber mit einer verschlungenen Drachenfigur als Bild. Das neue Bild ist wesentlich ansprechender als die Bilder der Erstauflagen, obwohl damals berühmte Gemälde als Vorlage gedient haben. Aber leider verspricht dieses Cover zuviel und es werden Erwartungen geweckt, die nicht ganz erfüllt werden. Der Mix aus Horror, Phantastik, Historischem und Thriller ist etwas anstrengend, aber die lieb gewonnen Figuren entschädigen einen für die kleinen Details, die einen stören.

Fazit:
Eine gelungen Fortsetzung in einem schönen Gewand.
Wer Wilkie Collins und Daphne Du Maurier mag, wird auch dieses Buch mögen.
 


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