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Joe Abercrombie

Königsschwur

  • Autor:Joe Abercrombie
  • Titel: Königsschwur
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Heyne Verlag
  • Datum:12 Januar 2015
  • Preis:14,99 EUR

 
»Königsschwur« von Joe Abercrombie


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Yarvis kam als Prinz und Krüppel zur Welt. Sein einziger Weg, sich vor der Verachtung der Menschen und seinem eigenen Scham zu schützen ist es, den Weg der Gelehrsamkeit zu beschreiten. Krieger gibt es zu Tausenden, doch weise Männer nur wenige, sagt Mutter Gundring stets, die den verkrüppelten Prinzen unterrichtet.

Doch den Göttern sind Träume, Wünsche und Sehnsüchte der Sterblichen egal. Sie haben eigene Pläne. Als der König und sein rechtmäßiger Thronerbe ermordet werden, wird Yarvis der neue König von Gettland. Verkrüppelt, verachtet und ohne Unterstützung. Seine eigene Mutter hält ihn für einen Witz auf dem Thron.

Daher dauert es nicht lange, bis ihm dieser Thron durch Verrat genommen und er in die Sklaverei verkauft wird. Nun ist es sein einziges Ziel, seinen Vater zu rächen und den schwarzen Thron zurück zu erobern. Schlechte Aussichten für einen verkrüppelten Sklaven. Doch mit seiner Ausbildung als Gelehrter und seinem Verstand kämpft Yarvis sich nach und nach wieder ans Licht und kommt seiner Rache immer näher.

Kommentar:
Das einzige was Yarvis und Neunfinger Logan gemeinsam haben, sind fehlende Finger. Damit hat es sich aber auch schon. Yarvis ist keine Held, kein Kämpfer, kein Charmeur. Er ist eine jämmerliche Gestalt, versunken in Elend und Selbstmitleid. Ohne Rückgrat und umgeben von Leuten, die nicht den Menschen sondern nur den Krüppel sehen. In einer Welt, in der Kampfkraft , Mut und Heldentum die wichtigsten Eigenschaften sind, ist er ein Nichts.

Doch seine Ausbildung als Gelehrter, sein Wissen und seine Sprachkenntnisse sind es letztendlich, die ihm als Sklave unerwartet zu Hilfe kommen. Sein Schwert ist die Zunge, sein Schild der Verstand.

Doch die Sklaverei bringt auch das Schlimmste in einem Menschen hervor. Alles Gute wird erstickt durch den nackten Kampf ums Überleben. Yarvis geht sprichwörtlich über Leichen, um seinen Racheschwur zu erfüllen. Doch er findet auch Freunde und Gefährten. Etwas, was ihm am Königshof verwehrt war.

Während Yarvis nie die Sympathien des Lesers gewinnen kann, beeindrucken seine Gefährten umso mehr. Jaud und Rulf sind ehemalige Rudersklaven, die Yarvis helfen, seine erste Zeit als Rudersklave zu überleben. Sumael ist eine begnadete Wegfinderin und Nichts, der seinen Namen nicht verraten möchte, ist ein Zauberer im Umgang mit dem Schwert. Das Schicksal schmiedet diese sehr unterschiedlichen Menschen fest zusammen. Eine Zweckgemeinschaft aus der eine starke Kameradschaft entsteht.

Im Gegensatz zu den Klingenromanen ist diese Geschichte recht einfach gehalten und wirkt teilweise banal und vorhersehbar. Umso überraschender ist das Ende, das kein Leser wirklich erwartet hat. Es beweist wieder einmal, dass Abercrombie über beeindruckend gute Ideen verfügt, die er in Königsschwur aber sprachlich nicht so gut umsetzt wie in seiner anderen Romanen.

Vielleicht ist es falsch, diesen Roman mit den anderen Büchern des Autors zu vergleichen, da der Ansatz der Geschichte schon ein völlig andere ist. Hier haben wir keinen strahlenden Helden und überragenden Kämpfer. Hier haben wir einen Jungen, der Zeit seines Lebens von niemandem akzeptiert wurde, der lediglich ein Klotz am Bein war. Der von seinem Vater, seinem Bruder und seinen Kameraden nur gedemütigt und gehänselt wurde, der nie eine wirkliche Chance bekam. Aus so einer Figur einen strahlenden Helden zu machen, würde völlig unglaubhaft wirken, also hat es der Autor auch unterlassen.

Yarvis ist ein Junge, der als Sklave verkauft wurde, doch als Mann zurückkehrt. Aber trotz allem bleibt er ein Krüppel und daran werden auch seine Taten nichts ändern. Dies ist kein Buch mit einer Romanze und einem Happy End, sondern die Geschichte eines Außenseiters, der immer ein Außenseiter bleiben wird. Auch, wenn er jam Ende nicht mehr völlig alleine ist.

Fazit:
Nicht das, was man von diesem Autor erwartet hat. Kein Vergleich zu den Klingenromanen aber als eigenständige und neue Geschichte des Autors durchaus lesenswert.
 
 
 
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    2015-03-24
    Ich finde auch, dass die Geschichte zu simpel gehalten ist. Es fehlt die Tiefe der Hauptwerke Abercrombies. Das Ende habe ich schon in der Mitte der Geschichte geahnt und obwohl der Autor versucht hat dies etwas zu verschleiern, konnte er mich nicht in die Irre führen. Schade, das wäre das einzige, das mich hätte für das Werk stimmen lassen. Für mich 3 Punkte für die versierte Erzählung, aber die Würze fehlt halt.


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