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Jens Lossau

Die Wüstengötter: Ein Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll


 
»Die Wüstengötter: Ein Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll« von Jens Lossau


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3.5)

 
 
Während der Troll Jorge, mit Hilfe eines Seelenklempners versucht, seine Vergangenheit zu bewältigen und seine Aggressionen in den Griff zu bekommen, hat Meister Hippolit die IAIT verlassen. Ohne seine thaumaturgischen Fähigkeiten fühlt er sich nutzlos und überflüssig, er zieht sich in die Einsamkeit zurück und bricht alle Kontakte zu seinen Freunden ab.

Doch das Maul wäre nicht Leiter des IAIT, würde er keinen Weg finden, seinen fähigsten Ermittler wieder in seine Dienste zu locken. Dazu braucht es nur einen außergewöhnlichen Fall, verbotenes Terrain und gefährdete Freunde.

Ein Freund und Kollege von Meister Hippolit, Professor Corenje, wird tot in den Ruinen der seltsamen Kegelgräber im abgelegenen Reich Yaget'pen aufgefunden. Der Kaiser von Yaget'pen gewährt nur wenigen Ausländern den Zutritt in seinem geheimnisumwobenen Reich und das ausgerechnet einer dieser Fremden ermordet wird, verschlechtert die Beziehungen der Reiche nur noch mehr.

Also liegt es an Meister Hippolit und dem Troll Jorge, den Fall zu klären.
Doch dies ist nicht einfach. Starke Thaumaturgie scheint eine große Rolle zu spielen, wird das Opfer doch ohne einen Knochen im Körper aufgefunden. Und es bleibt nicht bei diesem einem Opfer. Allen wurde die Knochen auf eine Art und Weise entnommen, die keinerlei Rückschlüsse zulassen, die Körper weisen keine Wunden auf, es scheint, als wäre das Skelett einfach aufgelöst und verschwunden.

Hilfe bekommt das Ermittlerduo dieses Mal von Joris, dem Vater von Jorge, der vor seinen Gläubigern auf der Flucht ist. Und von Magisterin Iloven, die schon bald den Respekt des großen Meisters erringt.

Kommentar:
Zu Beginn des Buches hat es mich gewundert, dass die Autoren sehr viel Wissen bei den Lesern voraussetzen, bis ich erfahren habe, dass es sich hier schon um den fünften Band des Duos handelt.

Parallelen zu Sherlock Holmes und Doctor Watson sind von den Autoren sicherlich beabsichtigt, auch wenn Jorge nicht die Finesse und Intelligenz eines Watson besitzt. Vielmehr handelt es sich bei Jorge um ein Wesen, dass in keiner Welt richtig zu Hause ist. Er lebt schon zu lange unter den Menschen und passt sich ihrer Lebensweise immer mehr an. Doch die Menschen werden ihn nie als Ihresgleichen akzeptieren, für sie bleibt ein Troll immer ein tumbes, ungeschlachtetes und brutales Wesen. Als sein Vater auf der Bildfläche erscheint, muss Jorge erkennen, wie sehr er sich von seinen Troll Wurzeln entfernt hat. Er schämt sich für das Verhalten seines Vaters und setzt menschliche Maßstäbe bei ihm an, die Joris nicht erfüllen kann. Er ist mit Herz und Seele ein Troll und ist stolz auf seine Abstammung. Die ständigen Diskussionen und Streitereien der beiden Trolle sind das Herzstück des Buches und sorgen für eine Prise Humor.

Meister Hippolit bleibt dieses Mal etwas blass. Seiner Fähigkeiten beraubt, kann er lediglich Iloven anweisen, magische Handlungen auszuführen, die bei der Aufklärung der Morde helfen sollen. Ihm bleiben lediglich seine deduktiven Fähigkeiten, die in diesem Fall hart an ihre Grenzen stoßen. Zudem befinden sich die Ermittler des Instituts für angewandte investigative Thaumaturgie in einem fremden Land, dessen Sitten und Gebräuche sie nicht kennen und dessen Sprache sie nicht sprechen. Alles Umstände, welche die Ermittlungen stark behindern.

Das Cover des Buches ist ein regelrechter Blickfänger, ich bin nur durch die Hand, die sich aus dem Wüstenboden erhebt, auf das Buch aufmerksam geworden. Auch die kurze Zusammenfassung auf dem Buchrücken macht neugierig, allerdings geht daraus nicht hervor, dass Meister Hippolit und Jorge der Troll, schon andere, komplexe Fälle gelöst haben.

Was mich an diesem Buch sehr gestört hat, waren die Ankürzungen der Namen. Auch wenn es als persönliche Note gedacht war, wirken die Protagonisten dadurch teilweise unterkühlt und unpersönlich. Es mag jungen Lesern gefallen, die im SMS und whats app Zeitalter aufgewachsen sind, mich hat es beim lesen immer wieder irritiert.

Fazit:
Ein spannender Fall, ein starkes Team und eine Prise Humor reichen aus, den Leser zu fesseln.

 
 
 


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