•  
    Leseliste
  •  
    Vogemerkt
  •  
    Rezension
  •  
    Gelesen
  •  
    Neu

David Hair

Die Brücke der Gezeiten 2
Am Ende des Friedens

  • Autor:David Hair
  • Titel: Am Ende des Friedens
  • Serie:Die Brücke der Gezeiten 2
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Paperback
  • Verlag:Penhaligon Verlag
  • Datum:23 Juni 2014
  • Preis:15,00 EUR

 
»Am Ende des Friedens« (Die Brücke der Gezeiten 2) von David Hair


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(5)

 
 
Für Ramita beginnt das neue Leben an der Seite ihres ungeliebten Ehemannes Mairos. Im Laufe der Zeit lernt die junge Frau ihren Gatten zu achten, auch wenn ihr Herz weiterhin Kazim gehört. Mit Hilfe der Magierin Alyssa lernt Ramita die rondelmarische Sprache und sie lernt, sich auf dem politischen Parkett zu bewegen. Meiros ist der mächtigste Magier in Hebusal und Ramita, als seine neue Ehefrau, befindet sich nun in einer Machtposition, wird hofiert und in Intrigen verwickelt. Als sie schwanger wird, weiß sie jedoch nicht, wessen Kind sie erwartet.

Kazim schließt sich den fanatischen Amteh an, radikale Gläubige, die die alte Ordnung wieder herstellen möchten. Sie alle geben Meiros die Schuld am Krieg, da er die Mondbrücke nicht zerstörte und somit den Armeen des Kaisers so einen Weg nach Hebusal ebnete. Der junge Mann folgt seiner Geliebten nach Hebusal. Unterwegs trifft er auf viele Menschen, die ihm helfen, sein Ziel zu erreichen. Doch er merkt nicht, dass er nur ein Bauer in einem Spiel ist, dessen Regeln er nicht kennt. Er wird zu einer perfekten Waffe ausgebildet, mit dem Ziel, Meiros zu vernichten.

Nachdem Aleron durch die Prüfung fallen gelassen wurde, zieht er sich auf den Landsitz der Familie zurück und arbeitet an einem Windschiff. Hier, abseits der Menschen, benutzt er sein Medaillon, setzt seine magischen Fähigkeiten ein und lernt, diese zu verbessern. Cym und Ramon stehen ihm treu zur Seite und bleiben auch weiterhin seine Freunde. Eines Tages taucht ein alter, verwahrloster Mann auf dem Landsitz auf, der einen geistig verwirrten Eindruck macht und stumm ist. Da dieser Mann von der Stadtwache gesucht wird, versteckt ihn Alaron und versucht, hinter die Identität des geheimnisvollen Mannes zu kommen. Das lenkt ihn von seiner Einsamkeit und Machtlosigkeit ab, katapultiert ihn und seine Freunde aber bald mitten hinein in den Machtkampf um Yuros.

Elena hat mir ihrer Weigerung, die Königsfamilie zu ermorden, alle Brücken hinter sich abgebrochen. Für sie es neu, für etwas einzustehen, eine Seite zu wählen und sein Leben für ein Ziel geben zu wollen. Doch sie ist auch einsam, die Aufgabe Cera zu beschützen und ihr den Thron zu sichern, ist eine fast zu schwere Aufgabe für die junge Magierin. Kummer, Selbstzweifel und Reue plagen sie fast unentwegt und zerreißen sie innerlich.

Kommentar:
Leider ist es ja die gängige Praxis der Verlage, das Originalbuch zu splitten in Deutschland zwei Bände auf den Markt zu bringen. Das bringt zwar verärgerte Leser aber auch gutes Geld in die Kasse.

Daher beginnt diese Geschichte sehr ereignisreich, fast sprunghaft. Es wird auf jeglichen Rückblick verzichtet und der Leser wird sofort in die Ereignisse hineingezogen. Hineingezogen in dem Sinne, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Die vier Handlungsstränge aus Band eins werden nahtlos fortgesetzt. Die ausführlichen Beschreibungen im vorherigen Buch machen sich nun bezahlt und die Ausdauer des Lesers wird belohnt. Doch jedes Detail. jede Information über Sitten, Völker, Glaube und Alltag, ist wichtig, um den Protagonisten auf ihrem Weg zu folgen und ihre Handlungen zu verstehen.

Man kann schlecht schreiben, dass der Autor Kenntnisse aus dem vorherigen Band voraussetzt, denn im Original ist es ja lediglich ein Buch. Für den deutschen Leser ist es leider so, dass er ohne "ein Sturm zieht auf" gelesen zu haben, die Ereignisse in "am Ende des Friedens" nicht verstehen kann. Und auch dieses Buch endet mit einem Cliffhanger, man darf gespannt sein, wie David Hair die Ereignisse fortsetzt. Er besitzt einen wunderbaren Schreibstil und haucht den Protagonisten Leben ein. Man leidet mit ihnen und wünscht ihnen in allen Belangen Erfolg. Meine Lieblingsfigur ist Elena, die gleichzeitig auch die größte Wandlung vollzieht. Denn sie stellt sich gegen alles: Ihren Meister, ihr Land, ihren Auftrag und gegen ihre alten Kameraden. Wir stark muss man sein, um alles für ein Ziel zu opfern?

Das Cover ist dieses Mal in rosa und rot gehalten und passt sehr gut zu Buch eins. Ich hoffe sehr, dass es diese Ausgaben irgendwann einmal in einem Schuber geben wird. Im inneren des Cover finden wir Landkarten von Yuros und Antiopia. Die Völker ähneln sehr den Menschen aus unserer Welt und ihren Konflikten. Fanatische Gläubige, für die ein Heiliger Krieg alles ist, in dem das Leben eines Einzelnen nichts wert ist und alle auf dem Altar des Glaubens geopfert werden. Ein alternatives Abendland gegen ein alternatives Morgenland. Teilweise ist es erschreckend, wie genau man in einem Fantasy Roman Bezüge zur Realität ableiten kann. Das war schon bei den Löwen von Al-Rassan so, hier ist das Thema Religions- und Glaubenskrieg noch besser umgesetzt und die Unfähigkeit des Menschen, einen anderen so zu akzeptieren, wie er ist, wird klar und deutlich beschrieben. Diese Serie ist nichts für schlichte Gemüter, die eine einfach und klar strukturieret Geschichte möchten. Es fordert den Leser durch seine Komplexität heraus, bietet aber Lesegenuss auf höchstem Niveau.

Fazit:
Ein monumentales und umfangreiches Werk, das den Leser herausfordern und begeistern wird. Spannender und flüssiger zu lesen als Buch eins, die Geschichte nimmt Fahrt auf und zieht den Leser in ihren Bann.
 
 
 


Mehr Rezensionen von Sachmet