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Andreas Bull-Hansen

Die Nordland-Saga 2
Brans Reise

  • Autor:Andreas Bull-Hansen
  • Titel: Brans Reise
  • Serie:Die Nordland-Saga 2
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • Datum:01 Januar 2002
  • Preis:7,82 EUR

 
»Brans Reise« (Die Nordland-Saga 2) von Andreas Bull-Hansen


Besprochen von:
 
Sachmet
Deine Wertung:
(3)

 
 
Mittlerweile ist der Vogelmann bei dem Felsenvolk eine Legende. Kragg, der Rabengott, offenbarte sich ihm drei Mal. Das erste Mal, als er Karain, Kirgit und die Moosmänner vor dem Feuer rettete. Ein weiteres Mal, als er einen Raben schickte, der die rote Pflanze in den Westwald brachte und so den ewigen Winter verhinderte. Beinahe 20 Jahre sind vergangen, doch jetzt erscheint Kraag ein drittes und letztes Mal, um den Vogelmann zu helfen. So wie er es einst versprochen hatte.

Er teilt Karain mit, dass das Felsenvolk seine Heimat verlassen muss, da diese dem Untergang geweiht ist. Sie sollen über ferne Meere in unbekannte Gewässer segeln um weitab von den Nordlanden eine neue Heimat zu finden. Noj, der alte Anführer der Volkes vertraut dem Vogelmann und so packen sie all ihr Hab und Gut zusammen und beginnen eine Reise in das Ungewisse. Nur Karain bleibt zurück. Er zieht sich immer mehr von den Menschen zurück, hat er doch kaum noch etwas mit ihnen gemein. Er bleibt dort, wo sein Herz und seine Heimat sind, mit dem Wissen, dass er für das Volk getan hat, was er konnte. Nun liegt das Schicksal dieser Menschen in anderen Händen.

Als das Felsenvolk die Ebenen überquert um das Meer zu erreichen, werden sie von den Riesen angegriffen. Dabei kommen viele Krieger ums Leben und Noj wird schwer verletzt. Da er keinen Sohn hat, der seine Nachfolge übernehmen kann, wird unter drei jungen Männern des Volkes ein Wettkampf veranstaltet, um die Nachfolge zu regeln. Diese drei Männer sind Träumer, die alle eine unterschiedliche Vision über den einzuschlagenden Weg hatten. Der Wettkampf soll nun entscheiden, wer Häuptling des Volkes wird und wohin die Reise gehen soll. Der junge Bran entscheidet den Wettkampf für sich, womit er sich den Hass von Velar zuzieht, der davon überzeugt ist, dass seine Vision den richtigen Weg zeigt und Bran das Volk in den Untergang führen wird. Doch in dem alten Turvi und Hadgar einem zähen Kämpfer, hat Bran zwei Helfer und Befürworter, die ihn in seinen Entscheidungen unterstützen. Nachdem die Schiffe gebaut und ausgerüstet sind, stechen die Menschen in See, in der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden, wie es von ihrem Gott prophezeit wurde.

Kommentar:
In Band zwei der Nordlandsaga beginnt ein neuer Abschnitt. Der Vogelmann spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, er schickt das Felsenvolk in eine ungewisse Zukunft, doch er selbst bleibt in den Nordlanden und zieht sich von der Welt zurück. Von den Menschen aus dem ersten Band bleibt nur Turvi übrig. Er bewahrt die Geschichten des Volkes und hilft dem jungen Bran bei der schwierigen Aufgabe, eine neue Heimat für die ihm anvertraute Menschen zu finden.
Bran ist ein Krieger, keine Führungspersönlichkeit, er verfügt nur über wenig Charisma und neigt dazu, sich von den Menschen zurück zu ziehen. Doch mit Hilfe seines Bruders Dielan, zu dem er ein sehr enges Verhältnis hat, schafft er es, das Volk langsam aber sicher für sich zu gewinnen. Nur Velar und ein paar seiner Anhänger fordern ihn immer wieder heraus und versuchen, gegen ihn zu intrigieren. Es ist auch keine Hilfe, dass Bran schon zwanzig Jahre alt ist und sich immer noch keine Frau aus seinem Volk zum Weib erwählt hat. Als er sich letztendlich in Tir verliebt, die er aus der Sklaverei befreit, ist es für Velar noch ein Zeichen, dass sich Bran nicht mit seinem Volk verbunden fühlt. Um Tir für sich zu gewinnen, muss Bran in einen Krieg ziehen und verlässt sein Volk für Monate. Eine passende Gelegenheit für seine Widersacher, die Menschen gegen Bran aufzubringen.
Auch hier beginnt die Geschichte damit, dass ein alter Mann einem Kind die Geschichte seiner Jugend erzählt. Während man in Band eins sofort weiß, wer die Geschichte erzählt, habe ich hier tatsächlich bis zum Ende gerätselt, wer der Erzähler ist.
Band zwei besitzt nicht den Charme des ersten Buches. Der Vogelmann und die Mossmänner waren einzigartige, innovative und sehr sympathische Protagonisten, während man mit Bran nicht richtig warm werden kann. Er wahrt nicht nur Distanz zu seinem Volk sondern auch zu seinen Lesern. Während Karain warmherzig und aufgeschlossen war und die Herzen des Leser im Sturm eroberte. Hier finden wir nichts adäquates, auch Tir berührt unser Herz nicht, obwohl sie viel erlitten hat. Die Geschichte der Suche nach einer neuen Heimat zieht sich sehr in die Länge und die Episode in Tirga trägt nicht wirklich etwas zum Fortgang der Geschichte bei .Daher wirkt alles etwas zäh und unausgegoren.
Das Buch ist wieder mit einer guten Karte der Länder ausgestattet und die ganze Aufmachung des Buches verführt zum zugreifen.

Fazit:
Hier fehlt eigentlich alles, was Band 1 ausgezeichnet hat. Charme, liebevoll ausgearbeitete Figuren. Alles wirkt düsterer und bedrohlicher. Ein Volk auf der Suche nach einer neuen heimat. Nicht überragend aber nichtsdestotrotz spannend geschrieben
 
 
 


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