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Alexander Lohmann

Gefährten des Zwielichts

  • Autor:Alexander Lohmann
  • Titel: Gefährten des Zwielichts
  • Serie:
  • Genre:Fantasy
  • Einband:Taschenbuch
  • Verlag:Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
  • Datum:16 September 2011
  • Preis: EUR

 
»Gefährten des Zwielichts« von Alexander Lohmann


Besprochen von:
 
Nazena
Deine Wertung:
(2.5)

 
 
Vor langer Zeit stürzte eine dunkle Wesenheit auf die Welt. Daraus entwickelte sich später der Magier Leuchmadan, der sich Unsterblichkeit sicherte, indem er ein Herz außerhalb seines Körpers schuf. Dieses versiegelte er in einem silbernen Kästchen, dass die Lebenskraft der gesamten Grauen Lande in sich aufsog. Zwar konnten die lichten Völker in einem erbitterten Kampf die Finstervölker zurückdrängen, aber das Kästchen ging verloren, und Leuchmadan verschwand.

Tausend Jahre später ist Leuchmadan als Schatten seiner selbst zurückgekehrt. Um seine frühere Macht zurückzuerlangen, schickt er eine Gruppe aus Vertretern der Finstervölker zu den Feinden. Doch auch diese sind nicht untätig gewesen und suchen noch immer nach einem Weg, Leuchmadan zu vernichten und die gewaltige Kraft des Kästchens selbst zu nutzen.

Rezension
Mein allererster Eindruck: Ein weiterer Herr der Ringe-Klon. Die Parallelen sind wirklich unverkennbar: ein Artefakt, an das der "Böse" gebunden ist, eine Gruppe von Gefährten (auf der lichten Seite ein Elf, drei Wichtel, eine ZwergIN (!), ein menschlicher Fürst und ein Zauberer namens Gulbert); Artefakt war lange verschollen und wurde von Wichtel gefunden, muss in eine Art Vulkan (den Schmiedeort) geschmissen werden, um vernichtet zu werden; es gibt eine Ratsversammlung der Guten, bei der die beiden Diener des einen Wichtels sich einschleichen und auffallen, einen Überfall im Gasthaus, Gekraxel durch unterirdische Gänge; Zauberer hat ein magisches kugelähnliches Artefakt, was ihm kurzzeitig entwendet wird, es gibt sieben geisterähnliche unsterbliche Wesen mit geflügelten Reittieren...

Bis ungefähr zur Hälfte des Romans folgt die Geschichte grob dem Herr der Ringe, nur dass man eben der Gruppe der Finstervölker folgt- die lange nichts anderes macht, als durch die Gegend zu marschieren, Streiche zu spielen und ein wenig zu reden. Der Schreibstil hat mich zu Beginn auch sehr genervt, da jede Menge Adjektive verwendet werden und unnatürlich heroisch gesprochen wird. "Ihr weicher, geschmeidiger Leib streckte sich im seidig schimmernden, graublauen Gewand".

So ungefähr ab der Mitte, hinteres Drittel nahm der Roman allerdings Fahrt auf, da der Autor verstärkt eigene Dinge einbrachte, den Schreibstil raffte und deutlich mehr Action-Elemente vorkamen. Zu Beginn kamen mir die Völker reichlich überfrachtet vor: es gibt Trolle, Elfen, Menschen, Goblins, Gnome, Zwerge und noch so einige mehr. Da irgendwann nur noch die Gruppe beleuchtet wurde, bekam man etwas mehr Einblick in das Gesamtgefüge. Besonders die Schöpfung der Wardu fand ich faszinierend: sie bestehen aus einem Ton, der in Metall schwingt und so eine leere Rüstung beseelt.

Der Roman soll laut Klappentext die "andere Seite" verdeutlichen, also zeigen, dass Gut und Böse vom Standpunkt abhängig sind. Mit Ausnahme der Gnome waren die übrigen Vertreter aber klassische Klischees der "Bösen". Auch in vielen anderen Romanen gibt es kaum schwarz und weiß, sondern eher viele Grautöne. Insofern hat mich das Verhalten der lichten Gruppe kaum überrascht. Insgesamt unterscheidet sich die jeweilige Gruppendynamik meiner Meinung nach kaum von der üblichen in Fantasy-Quests.

Das Ende ist in gewisser Weise sehr moralisierend: die vermutlich Kleinen und Schwachen treffen die richtigen Entscheidungen, die Mächtigen fallen und die Gnome werden sich ihres eigenen Wertes bewusst. Das letzte Drittel wartet auch mit einigen spannenden Kämpfen auf, besonders der gegen den Unkwitt. Ohne zu viel zu verraten: der Autor hatte eine wirklich grandiose Idee, wie ein kleiner Kämpfer einen riesigen erledigen kann (wenn auch eine recht eklige).

Alles in allem war der Einstieg schleppend und hat mir zu Beginn die Lust verdorben. Beinahe hätte ich es nicht komplett gelesen. Zum Schluss hin ist das Buch aber ein eigenes, interessantes Werk. Es ist schade, dass nicht der ganze Roman in dieser Art gehalten ist und sich erst so spät von der literarischen Vorlage gelöst hat.
 
 
 


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